Wednesday, April 8, 2020

Immer alles gegeben – Benedikt Staubitzer aus Garmisch-Partenkirchen beendet Karriere

Immer alles gegeben – Benedikt Staubitzer aus Garmisch-Partenkirchen beendet Karriere:


  • Simon Nutzinger

    vonSimon Nutzinger

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Er hatte noch einmal alles versucht. Um weiter im Ski-Alpin-Zirkus dabei zu sein, schloss sich Benedikt Staubitzer vor der Saison sogar einem Privatteam an. Doch nach einem sportlich enttäuschendem Winter beendet der Garmisch-Partenkirchner seine Karriere.

Garmisch-Partenkirchen – Benedikt Staubitzer steht am Scheideweg. Als der Riesenslalom-Spezialist aus Garmisch-Partenkirchen im vergangenen Sommer seinen Platz im Kader des Deutschen Skiverbandes verliert, muss er sich entscheiden: Aufhören oder auf eigene Faust durchbeißen – so lauten seine Optionen. Staubitzer wählt letztere, schließt sich dem Privatteam Global Racing an, trainiert auf eigene Kosten mit 13 Athleten aus acht Nationen. Noch einmal setzt er alles auf die Karte Profisport. Er will zeigen, dass er mithalten kann mit den Besten. Dass er es draufhat. Eine Saison später lässt sich bilanzieren: Daraus wurde nichts. Staubitzer hat einen Winter ohne Weltcup-Einsatz hinter sich, hinkt der Ski-Elite nach wie vor ein gewaltiges Stück hinterher. Nun hat der 29-Jährige Konsequenzen gezogen – und seine aktive Laufbahn beendet.

„Mir hat einfach die Perspektive gefehlt“, räumt er offen ein. Eine Rückkehr ins DSV-Team war aufgrund der fehlenden Weltcup-Resultate kein Thema. Zwar hätte Staubitzer ein weiteres Jahr bei Global Racing dranhängen können. Doch für noch eine Saison ohne Unterstützung des Verbandes fehlte dem Athleten des SC Mittenwald die Motivation. „Vor einem Jahr war das noch komplett anders“, betont er. Da hätte sich ein Karriereende für ihn falsch angefühlt, fast schon wie eine Flucht. „Als würde ich nicht alles versuchen.“ Jetzt blickt er deutlich entspannter auf seine Entscheidung. „Ich weiß, dass ich wirklich alles gegeben habe, um erfolgreich zu sein.“ Für den ganz großen Wurf habe es nur leider nicht gereicht.

Platz 15 beim Heimrennen als Highlight

Dabei wären die sportlichen Fähigkeiten durchaus vorhanden gewesen. Mit gerade einmal 22 Jahren setzt Staubitzer beim Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen ein erstes Ausrufezeichen. Platz 15 im Riesenslalom – „ein Riesen-Erlebnis“. Doch schafft er es in der Folge nicht, die Leistung zu konservieren, bleibt hinter den eigenen Erwartungen zurück. „Nach Garmisch habe ich mir zu viel Druck gemacht“, sagt er. Staubitzer wollte regelmäßig in die Top-15 – und fiel stattdessen in ein Tief. Erst mithilfe eines Mentaltrainers findet Staubitzer drei Jahre später zurück zu alter Stärke. Die Plätze elf und zwölf in Hinterstoder und Sölden sprechen für sich. „Ich war auf einem richtig guten Weg.“ Doch kommt es wie so oft im Leistungssport: Der Körper des Werdenfelsers beginnt zu streiken. Ein Bandscheibenvorfall und ein Kreuzbandriss setzen ihn zwei Jahre außer Gefecht. In der Folge kann Staubitzer nicht mehr an seine Bestform anknüpfen. Der zwölfte Platz in Sölden im Oktober 2016 bleibt sein letztes Weltcup-Resultat.

Bittere Rückschläge – ohne Frage. Doch lassen sie Staubitzer nicht missmutig werden. Er behält seine Zeit im Alpin-Zirkus als durchweg positiv in Erinnerung. Zu schön waren die Jahre mit Weggefährten Fritz Dopfer – „ein Vorbild und Freund“ – sowie auch der vergangene Winter im bunt durchgewürfelten Privatteam. „Lauter richtig coole Jungs“, sagt der 29-Jährige. „Ich bin sehr froh, dass ich sie kennenlernen durfte.“

Keine fixen Pläne für die Zukunft

Wie es für Staubitzer in Zukunft weitergeht, ist offen. Einen klaren Plan hat er sich jedenfalls nicht zurechtgelegt. „Ich lasse die Dinge auf mich zukommen.“ Bis September profitiert er noch von seinem Platz in der Sportfördergruppe der Bundeswehr. Danach schwebt ihm ein Job in der Veranstaltungsbranche vor. „So etwas würde mir Spaß machen.“ Sportlich geht Staubitzer die Dinge lockerer an als in den vergangenen Jahren. Zwar möchte er hin und wieder zum Klettern in die Berge, doch gönnt er sich auch seine Pausen auf der heimischen Couch. „Ein bisserl ein schlechtes Gewissen hab’ ich dabei schon noch“, sagt er und lacht. „Hoffentlich leg’ ich nicht gleich ein paar Kilo zu.“ Doch sei Staubitzer die Ruhe vergönnt. Denn eines lässt sich ihm sicher nicht vorwerfen: Dass er in all den Jahren nicht alles für seinen Traum gegeben hat.



Quelle



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