Monday, April 13, 2020

Die Saison fällt ins Wasser – Verdener Nachrichten: Aktuelle Nachrichten

Die Saison fällt ins Wasser – Verdener Nachrichten: Aktuelle Nachrichten:
In diesem Sommer werden vermutlich keine Gastboote aus den Niederlanden im Dörverdener Hafen festmachen.

In diesem Sommer werden vermutlich keine Gastboote aus den Niederlanden im Dörverdener Hafen festmachen. (Björn Hake)

Erst die Havarie, jetzt auch noch die Corona-Pandemie: Den Mitgliedern des Dörverdener Wassersport-Vereins (WSV) wurde der Start in die neue Saison ganz schön verhagelt. Doch die Wassersportler verzagen nicht, sie krempeln die Ärmel hoch, machen jetzt einfach das Beste aus der Situation. „Das Gute ist, dass das Binnenschiff lediglich 67 Meter lang war, das am 14. März auf die Dörverdener Kanalspitze aufgelaufen ist“, sagt WSV-Chef Peter Schneider. Ein Defekt in der Ruderanlage hatte vermutlich die Havarie des mit über 600 Tonnen Gerste beladenen Frachters „Max“ verursacht.

„Das Heck war rund vier Meter von unserer Steg-Anlage entfernt“, erzählt Peter Schneider. Weil das Schiff mit voller Maschinenleistung gegen die starke Strömung angekämpft hatte, baute sich folglich eine immense Druckwelle auf, die wiederum die Schwimmkörper (Kunststofftonnen) im Bootshafen beschädigte. „Acht davon sind abgerissen“, resümiert der Stedorfer. Weil bei Schneider auch nach der Havarie das Glas immer noch halbvoll statt halbleer ist, ist er im Nachhinein froh darüber, dass die Anlage zusätzlich durch Seilzüge gesichert ist. „Nur so konnte der Steg samt seinen Auslegern dem immensen Druck standhalten“, ist Schneider überzeugt. Den entstandenen Versicherungsschaden taxiert er auf rund 1000 Euro. Stichwort Ersatzbeschaffung – es sei gar nicht so einfach, die speziellen Tonnen, in denen Firmen normalerweise Flüssigkeiten lagern, zu bekommen.

„Unser Hauptproblem ist aber die Sicherheit“, betont Schneider. Nicht mit Hochwasser, sondern mit der hohen Strömungsgeschwindigkeit haben die Dörverdener Wassersportler in der durch Staustufen regulierten Mittelweser zu kämpfen. Palm Beach, so der Name des überregional bekannten Hafens, befindet sich nämlich im Gegensatz zu anderen Sportboothäfen direkt in einem Altarm des Flusses. „Zu Beginn der Woche haben wir mit drei Mann den Steg provisorisch überbaut, damit die Anlage nicht in Richtung Weserwehr abdriftet“, erzählt der Vorsitzende des rund 25 Aktive zählenden Wassersportvereins. „Das war nicht gerade ungefährlich. Ohne Rettungswesten geht es nicht.“

Die Boote bleiben jedenfalls erst einmal im Winterlager auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks (THW) in Barme. „Vielleicht können wir Ende Mai, Anfang Juni aufs Wasser“, spekuliert Schneider. Auch bei benachbarten Wassersportvereinen, wie den Verdenern und den Hoyaern, sehe die Lage momentan nicht anders aus. Heißt übersetzt: Die diesjährige Saison fällt entweder ganz ins Wasser oder wird eine ausgesprochen kurze, denn im September machen die Freizeitkapitäne ihre Boote schon wieder winterfest.

Traditionell ist Palm Beach in den Sommermonaten ein beliebter Anlaufpunkt für viele Gastboote, vor allem aus den Niederlanden. Im schwimmenden Vereinsheim wird Gastfreundschaft groß geschrieben. Doch wie bei den meisten Menschen hat auch bei den Dörverdener Wassersportlern die Coronakrise alles verändert. Und so müssen die gastfreundlichen Männer und Frauen vom WSV in diesem Jahr vermutlich auf den Besuch aus Holland verzichten.

Analog zu einem Katamaran wurde auch das schwimmende Vereinsheim, ursprünglich eine urige Bootsgarage, auf zwei sogenannten Schwimmern montiert. Für die notwendigen Reparaturarbeiten bedarf es eines speziellen wasserfesten Schaums, der nicht gerade billig ist. „Das Ausschäumen funktioniert nur im Sommer. Damit sich das Material ausdehnen kann, muss es draußen schön warm sein“, erläutert Schneider. Nachwuchssorgen plagen den WSV nicht. „Der Verein hat sich sehr gut entwickelt. Wir verfügen ja auch nur über insgesamt 16 Liegeplätze“, sagt der Vorsitzende. Mit dem Bau des Hafens, sprich mit dem Rammen der Dalben (Befestigungspfähle), wurde vor fünf Jahren begonnen. So schön die Lage an der Kanalspitze auch sei, so riskant könne sie aber auch werden.

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