Berlin – Auch Berliner Wassersportler haben es momentan schwer. Ostern steht an, eigentlich wäre jetzt Saisonstart. Das hieße normalerweise: Boot ins Wasser lassen, Segel setzen, los geht’s. Aber auch hier geht wegen der Corona-Pandemie gerade nichts. Wer sein Sportboot vom eigenen Grundstück aus zu Wasser lassen oder starten kann, darf es laut einer Information der Wasserschutzpolizei auch betreiben – mit der bekannten Einschränkung, dass nur Mitglieder des eigenen Haushalts oder maximal eine andere Person mit an Bord dürfen.
Pech haben dagegen alle, deren Boot auf dem Gelände eines Vereins oder einer Marina stationiert ist: Diese dürfen laut der Eindämmungsverordnung nicht benutzt werden. „Ansegeln 2020 ist abgesagt“, schreibt deshalb der „Spandauer Yacht-Club“. Der Klub hat ein schönes Vereinsgelände in der Havel-Bucht der Scharfen Lanke – mit Restaurant-Terrasse am Ufer. 1000 Leute wären wohl sonst zum Saisonstart gekommen. Denn am 25. April wäre der Club Gastgeber fürs große Ansegeln im Berliner Südwesten gewesen, inklusive Wannsee.
Traurige Gesichter auch bei den Berliner Ruderern. „Die ‚Berliner Frühregatta‘ am 25. April ist abgesagt“, teilt der Klub „Ruder Union Arkona“ mit. Dessen Vereinsgelände befindet sich ebenfalls an der Scharfen Lanke. Gestrichen ist auch der „Tag der offenen Tür“ an der Havel. Auch hier bleibt das Equipment im Lager. Vereinsbetrieb ist verboten.
Das Verbot gilt auch für private Arbeiten am Boot. Ausgenommen ist nur, wer ein eigenes Wassergrundstück mit Steg besitzt. Ausgeübt werden dürfen Arbeiten an Booten nur von Firmen als Dienstleistung.
Das Wassersportfest in Grünau, das sonst um den Maifeiertag Tausende an die Dahme lockte, fällt ohnehin aus, weil die Regattatribünen saniert werden.
Laut dem Bezirksamt Reinickendorf ist die Slipanlage in der Fährstraße in Heiligensee zunächst bis zum 9. April geöffnet – verbunden mit der Maßgabe, dass auch hier die Vorgaben der Eindämmungsverordnung eingehalten werden, also nur Personen aus dem eigenen Haushalt oder maximal eine andere helfen. Eventuell soll die Slipanlage auch noch später geöffnet sein, hieß es in einer Mitteilung.
Wer partout aufs Wasser will, kann höchstens versuchen, eine der BVG-Fähren in seinen nächsten Weg zum Einkauf oder zur systemrelevanten Arbeit zu integrieren. Die kommerziellen Anbieter von Schiffstouren haben ihre Flotten bis zum Ende der Osterferien stillgelegt.
Als weitere Alternative kommt – sofern vorhanden – ein Faltboot in Betracht, das an menschenleeren Ufern zu Wasser gelassen werden kann. Individuelles Schwimmen ist als sportliche Betätigung erlaubt, aber angesichts von Wassertemperaturen um sechs Grad mäßig attraktiv.André Görke/Stefan Jacobs
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