Thursday, March 19, 2020

Ausprobiert und miterlebt: Rudern auf dem Chiemsee ist mehr als nur Wassersport

Ausprobiert und miterlebt: Rudern auf dem Chiemsee ist mehr als nur Wassersport:

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Die untergehende Sonnetaucht den See und das Ruderboot in ein magisches Licht. Trainerin Eszter Hauer (vorne) gibt als Schlagfrau im Boot den Takt für alle anderen vor.

Mit dem Gleitschirm oder mit dem Rad den Berg runter: Kein Problem für unseren Reporter Dominik Juling, der in unserer Serie „Ausprobiert und miterlebt“ alles mögliche testet. Nun wagte er sich an einem sonnigen Abend mit dem Ruderverein Prien aufs Wasser und hat dabei beeindruckende Naturerlebnisse.

Prien – Ein besonders traumhafter Sonnenuntergang am Chiemsee, dazu das gemeinsame Eintauchen und Bewegen, die stetig wiederkehrenden Wassergeräusche. Vom Ruderboot aus ergibt sich auf all dies eine völlig andere, faszinierende Perspektive.

Am weitesten verbreitet sind Einer, Zweier, Vierer und Achter

Wir treffen uns schon um 17 Uhr. Das normale Rudertraining unter dem Namen „Rudern für Ambitionierte“ beginnt eigentlich erst eineinhalb Stunden später. Über das Gelände der Stippelwerft erreiche ich das Bootshaus des Rudervereins Prien am Chiemsee. Schon vor Ort ist Eszter Hauer, die Ruderwartin und Trainerin für heute, und eine weitere Interessierte, die im Gegensatz zu mir schon öfter im Boot saß.

Das Vereinshaus hat nicht nur einen schönen Blick auf den See, sondern auch einen Aufenthaltsraum, zahlreiche Ruderergometer, Umkleidekabinen und natürlich viele Boote in allen Größen und Farben. Eszter erklärt mir die verschiedenen Bootsklassen. Am weitesten verbreitet sind Einer, Zweier, Vierer und Achter. Ein möglicher Steuermann werden bei den Bootsbezeichnungen nicht mitgezählt. Außerdem unterscheidet sich die Anzahl der Ruder pro Person. Bedient der Sportler mit beiden Händen nur ein Ruder, wird es „Riemen“ genannt. Führt man dagegen mit je einer Hand ein Ruder, nennt man es „Skull“. Heute Abend „skullen“ wir also über den Chiemsee.

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Aber genug der Theorie. Wir fahren unser Boot, genannt „Simsee“, aus der Halle und lassen es zu Wasser. Mit dabei ist eine Trinkflasche und natürlich die Skulls. Am besten sind hautenge Hosen und stabile Sportschuhe für das Rudern geeignet. Eszter sitzt auf dem Sitz der Steuerfrau hinten im Zweier und kann so unsere Bewegungen ganz genau beobachten und korrigieren.

Der Schlagmann gibt den Takt für das ganze Boot vor

Auch wenn die grundlegende Bewegung nicht allzu schwierig ist, braucht es doch viel Konzentration, um nicht aus dem Takt zu kommen. Zum Glück sitze ich auf der Position des Schlagmannes, ich gebe also den Takt für alle hinter mir Sitzenden an. Nicht zu sehen, in welche Richtung ich rudere, ist anfangs recht ungewohnt. Trotzdem funktioniert alles flüssiger, als ich erwartet habe. Das Boot gleitet voran, angetrieben von meinen Bewegungen. Ein tolles Gefühl!

Hier zählt nicht nur die Kraft, sondern auch und vor allem die Technik. Das ist ein großes Plus, denn der Sport kann bis ins hohe Alter problemlos betrieben werden.

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Motiviert durch das Lob der Trainerin legen wir fast zwei Kilometer auf dem See zurück – vor einem tollen Bergpanorama. Dafür brauchen wir etwa eine halbe Stunde. Zum Vergleich: Die kroatischen Gebrüder Sinkovic haben die gleiche Strecke in unter sechs Minuten geschafft und halten somit den offiziellen Weltrekord mit dem Doppelzweier.

Rudern ist „wie meditieren im Boot“

Der Priener Ruderverein wurde 1990 gegründet. Meine Trainerin Eszter ist seit 2016 dabei. Für sie ist rudern „wie meditieren im Boot“. Im Verein mit 220 Mitgliedern ist sie oft bei den verschiedenen Trainingseinheiten dabei. Etwa 50 Sportler rudern im Sommer aktiv mit, aber auch im Winter halten sie sich in der Halle gemeinsam fit.

Dieses Jahr findet am 21. September wieder der bekannte „Prienathon“ statt. Die Teilnehmer fahren zwölf Kilometer um alle drei Inseln im Chiemsee. Ein weiteres Highlight sind die Wanderfahrten um den Chiemsee oder zur Abwechslung auch einmal auf der Donau.

„Hättets ihr koane Pausn gmacht, hättma eich nia eingholt!“

Als wir von unserem kleinen Ausflug wieder zurück am Steg sind, kommen langsam noch andere Ruderwillige dazu. Kurz darauf sticht ein Dreier mit

Männern und ein Vierer mit Frauen und mir als Steuermann in See. Auf der sich anschließenden Fahrt um die Herreninsel lerne ich den See aus einer ganz neuen Perspektive kennen. Wunderschön spiegeln sich die Berge im tiefblauen Wasser. So mancher Tourist auf einem der zahlreichen Elektroboote versucht, mit unserer schnellen Truppe mitzuhalten, doch vergebens. Einmal kommt sogar ein Einheimischer vorbei und sagt anerkennend: „Hättets ihr koane Pausn gmacht, hättma eich nia eingholt!“ Nur das eingespielte Männerteam auf dem anderen Boot überholt uns. Nach dem gigantischen Sonnenuntergang erreichen wir erst bei Einbruch der Dunkelheit die Vereinshütte.

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