Dresden. Die Unterschiede könnte kaum größer sein: Hier der mitgliedergeführte Verein, dort ein durch ein Unternehmen gegründeter und finanzierter Klub, hier die Tradition von nun 67 Jahren, acht Meistertiteln und sieben Pokalsiegen, dort der Emporkömmling, der erst 2009 geschaffen wurde. Hier die um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga kämpfende SG Dynamo Dresden, dort der Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig.
Die Corona-Krise trifft nicht alle gleich, aber sie betrifft jeden. Deshalb haben sich 21 Spitzenklubs in der Initiative „Teamsport Sachsen“ zusammengeschlossen, um gemeinsam ihre Interessen gegenüber der Politik im Freistaat zu vertreten und sich gegenseitig zu unterstützen. Auch Dynamo und RB arbeiten damit jetzt offiziell zusammen.
Gewissensbisse hat Dynamos Geschäftsführer Michael Born deshalb nicht. Seine Einstellung auf den Punkt gebracht: Die Rivalität bleibt und wird nach der Krise fortgesetzt. Das hat der 52 Jahre alte Manager dem Internetportal „RB-live“ der Mitteldeutschen Zeitung erläutert. „Die Rivalität wird auch in Zukunft ganz sicher weitergelebt werden, wenn Normalität in unser Leben Einzug gehalten haben wird”, so Born.
Als Dynamo den Favoriten RB aus dem Pokal warf
Das bisher einzige sportliche Duell hat Dynamo gewonnen: Am 20. August 2016 setzten sich die Schwarz-Gelben in einer dramatischen Partie der ersten Runde im DFB-Pokal im Elfmeterschießen durch.
Nachdem der Favorit aus Leipzig nach 45 Minuten bereits mit 2:0 geführt hatte, glichen die Dresdner durch zwei Treffer von Stefan Kutschke zum 2:2 aus. Im „Krimi vom Punkt“ behielten alle fünf Dynamo-Schützen die Nerven. Nachdem Dominik Kaiser für RB verschossen hatte, machte Aias Aosman das Weiterkommen für die SGD und damit die Pokalsensation perfekt.
Die nächste „offizielle“ Begegnung gibt es an diesem Sonntagabend ab 19.40 Uhr: Am vierten Spieltag der „Bundesliga Home Challenge“ im Internet, mit der die Klubs der Bundesligen ihren Fans etwas Abwechslung in der Corona-Pause bieten, trifft Dynamo tatsächlich auf RB.
Geschäftsführer Born spricht unabhängig von der sportlichen Konkurrenz von einer „tiefgreifenden Rivalität zwischen Dresden und Leipzig“, die im Alltag durch tiefgreifende Überzeugungen begründet sei. „Wir sind ein demokratischer Traditionsverein mit über 23.000
Mitgliedern, die den Verein mitgestalten“, betont Born: „Gestern, heute und auch
übermorgen wird Dynamo Dresden den Menschen und keinem Unternehmen
gehören.“
Die Fancharta von Dynamo verbietet Freundschafts- oder Testspiele gegen RB Leipzig, außerdem werde das Tragen, Verteilen und Darstellen der Marke Red Bull missbilligt.
Derzeit gehe es jedoch für die gesamte Gesellschaft darum, große Herausforderungen gemeinsam zu
stemmen, meint der Geschäftsführer. Der Fußball stehe gerade nicht an erster Stelle. Der Zusammenschluss als „Teamsport Sachsen“ ziele vor allem darauf, den Austausch mit der sächsischen Politik zu koordinieren. Der Dialog sei „offen, eng und für alle Seiten gewinnbringend”, sagt Born. „Wir versuchen, uns dort im Interesse des Sports in Sachsen einzubringen. Das ist für uns als mitgliederstärkster Fußballverein des Bundeslandes selbstverständlich.”
Hilfspaket der erste Erfolg für die Teamsport-Initiative
Auch in der Vergangenheit hätten die Funktionäre von Dynamo und Rasenballsport bereits zusammen an Tagungen teilgenommen und seien dabei auch ins Gespräch gekommen. Dennoch werde es bei der grundsätzlichen Abgrenzung bleiben. „Sie können sich sicher sein, dass der Weg und die Methode, Profi-Fußball zu leben, in Dresden und Leipzig sich auch in Zukunft für jeden erkennbar voneinander unterscheiden werden”, erklärt Born.
Die Intiative „Teamsport Sachsen“ hat Karsten Günther angeschoben. Der Manager des Handball-Bundesligisten SC DHfK Leipzig nahm Kontakt zu den Kollegen auf, die seine Idee weiterverbreiteten. Die 21 Klubs vertreten nach eigenen Angaben 1.700 Angestellte und mehr als 10.000 sächsische Nachwuchsathleten. Ihre Vorstellungen hatten sie der Landespolitik als Maßnahmenkatalog vorgelegt, der Lösungen zur kurzfristigen Sicherung der Liquidität sowie mittelfristig Erleichterungen bei Steuern und Berufsgenossenschaft beinhaltet.
Der sächsische Landtag hat in seiner Sondersitzung am vergangenen Donnerstag auch 20 Millionen Euro freigegeben, um die Folgen der Corona-Krise für den Sport in Sachsen abzumildern, etwa die Hälfte der Summe soll dem Spitzensport zugutekommen. Die Vereine reagierten nach dem Beschluss über das Hilfspaket erleichtert.
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from https://www.sport.messepost-online.info/wieso-kooperiert-dynamo-mit-rb-leipzig-herr-born-2/
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